LDAC, aptX, AAC, SBC: welcher Bluetooth-Codec zählt?
Kurz gesagt
- Jeder Bluetooth-Codec wirft Daten weg — auch LDAC. Sony schreibt selbst „lossy compression“.
- Sony gibt für LDAC 990 kbit/s an (bei 96/48 kHz) und sagt gleichzeitig, der Codec übertrage 96 kHz/24 bit „ohne Down-Conversion“. Meine Rechnung zeigt, was beides zusammen bedeutet: 78,5 % der Daten werden verworfen. Beide Aussagen stimmen — sie meinen nur nicht dasselbe.
- Die 990 kbit/s bekommst du ohnehin selten. Sony beschreibt den Normalbetrieb als „Best Effort“-Modus, der den Durchsatz an die Funklage anpasst.
- Qualcomm zitiert auf den eigenen Produktseiten Hörtests, nach denen schon 420 kbit/s nicht zuverlässig von 24 bit/96 kHz zu unterscheiden waren. Oberhalb von ungefähr 400 kbit/s ist das ein Datenblatt-Wettlauf, kein Hörbarkeits-Wettlauf.
„Welcher Codec ist der beste?“ ist die meistgestellte Frage zu Bluetooth-Audio, und sie wird fast immer mit einer Rangliste beantwortet: LDAC oben, aptX HD darunter, AAC, dann SBC. Die Rangliste stimmt sogar — nur beantwortet sie eine andere Frage als die, die du eigentlich stellst.
Ich habe die veröffentlichten Datenblätter von Sony, Qualcomm und der Bluetooth SIG nebeneinandergelegt und gegen die Datenrate gerechnet, die dein Ausgangsmaterial tatsächlich hat. Dabei kommt etwas heraus, das man in Codec-Vergleichen selten liest: Der interessanteste Widerspruch steht nicht zwischen den Herstellern, sondern innerhalb der Angaben eines einzelnen Herstellers.
Warum Bluetooth überhaupt komprimieren muss
Unkomprimierte Musik hat eine feste Datenrate, und die lässt sich in einer Zeile ausrechnen: Abtastrate × Bittiefe × Anzahl der Kanäle. Eine CD kommt damit auf 44.100 × 16 × 2 = 1.411 kbit/s. Eine 96-kHz/24-Bit-Datei liegt bei 4.608 kbit/s.
Diese Raten passen nicht durch eine klassische Bluetooth-Audioverbindung, jedenfalls nicht zuverlässig und nicht neben allem anderen, was dein Telefon gleichzeitig funkt. Also muss komprimiert werden, und zwar verlustbehaftet — es wird tatsächlich Information weggeworfen, nicht bloß platzsparend verpackt. Der Unterschied zwischen beidem ist ein eigenes Thema, das ich im Beitrag zu bit-perfect und verlustfrei auseinandergenommen habe.
Ein Codec ist das Regelwerk dafür, was weggeworfen wird. Die Frage ist nie, ob etwas verloren geht, sondern nur wie viel und wie geschickt.
Die Zahlen, die die Hersteller selbst nennen
Hier die veröffentlichten Werte, jeweils von der Herstellerseite abgelesen. Was auffällt, ist weniger die Rangfolge als die Lücke am unteren Ende der Tabelle.
| Codec | Entwickler | Datenrate | Auflösung laut Hersteller |
|---|---|---|---|
| SBC | Bluetooth SIG | 328 kbit/s | Standard, von jedem Gerät unterstützt |
| AAC | — | keine Angabe | keine abrufbare Herstellerangabe |
| aptX | Qualcomm | 352 kbit/s | 16 bit, bis 48 kHz |
| aptX Adaptive | Qualcomm | 279–420 kbit/s | dynamisch geregelt |
| aptX HD | Qualcomm | 576 kbit/s | 24 bit, bis 48 kHz |
| LDAC | Sony | 990 kbit/s | bis 96 kHz / 24 bit |
Werte wörtlich von den Herstellerseiten: aptX „352kbps (48kHz sampling)“, aptX HD „576 Kbits (48 kHz sampling)“, aptX Adaptive „Typically, 279kbps to 420kbps“. Für LDAC nennt Sony 990 kbit/s bei 96/48 kHz und 909 kbit/s bei 88,2/44,1 kHz — die Spitzenzahl gilt also nicht für CD-Material. Der SBC-Wert von 328 kbit/s bei 44,1 kHz stammt aus Sonys eigenem Vergleich; die Unterscheidung 990/909 kbit/s steht im Help Guide zum WH-1000XM5. Für AAC habe ich bewusst keine Zahl eingetragen: Apple veröffentlicht keine abrufbare Bitratenangabe für die Bluetooth-Übertragung, und eine Zahl, die ich nicht bis zur Quelle zurückverfolgen kann, trage ich nicht ein.
Warum AAC in der Tabelle keine Zahl hat
AAC ist der Codec, den jedes iPhone benutzt, und damit der meistgehörte Bluetooth-Codec überhaupt. Trotzdem steht in seiner Zeile „keine Angabe“, und das ist kein Versehen. Apple veröffentlicht für die Bluetooth-Übertragung keine Bitrate, die ich abrufen könnte; Sony beschreibt AAC im eigenen Help Guide nur qualitativ als Codec, der „mainly used in Apple products such as iPhone“ sei und „a higher sound quality than that of SBC“ biete.
Es kursieren Werte, meist 256 kbit/s. Ich trage sie nicht ein, weil ich sie in keinem Herstellerdokument gefunden habe — dieselbe Regel, nach der ich auch die angeblichen LDAC-Zwischenstufen weglasse. Man kann über eine fehlende Zahl hinweglesen; man kann sie aber auch als das nehmen, was sie ist: Bei dem Codec, über den der größte Teil aller Bluetooth-Musik läuft, ist die wichtigste technische Kennzahl öffentlich nicht bekannt.
Die 330 und 660 kbit/s, die in praktisch jedem Artikel über LDAC als dessen „andere Stufen“ auftauchen, stehen übrigens in keinem Sony-Dokument, das ich abrufen konnte. Dass LDAC die Rate absenkt, ist belegt — mit welchen Stufen genau, ist es nicht.
Was dabei tatsächlich verloren geht
Jetzt wird es interessant. Die Herstellerangaben allein sagen dir nichts, weil eine Datenrate erst im Verhältnis zur Quelle eine Bedeutung bekommt. 990 kbit/s sind für CD-Material fast luxuriös und für eine 192-kHz-Datei ein Nadelöhr. Also rechne ich das Verhältnis aus: Roh-Datenrate geteilt durch Codec-Datenrate.
| Quellformat | Roh-Datenrate | LDAC 990 | aptX HD 576 | aptX Ad. 420 | SBC 328 |
|---|---|---|---|---|---|
| 44,1 kHz / 16 bit (CD) | 1.411 kbit/s | 1,43:1 | 2,45:1 | 3,36:1 | 4,30:1 |
| 48 kHz / 24 bit | 2.304 kbit/s | 2,33:1 | 4,00:1 | 5,49:1 | 7,02:1 |
| 96 kHz / 24 bit | 4.608 kbit/s | 4,65:1 | 8,00:1 | 10,97:1 | 14,05:1 |
| 192 kHz / 24 bit | 9.216 kbit/s | 9,31:1 | 16,00:1 | 21,94:1 | 28,10:1 |
Eigene Rechnung: Roh-Datenrate = Abtastrate × Bittiefe × 2 Kanäle, geteilt durch die veröffentlichte Codec-Datenrate. Die Verhältnisse sagen nichts darüber aus, wie gut ein Codec die Reduktion bewerkstelligt — ein guter Codec bei 4:1 kann besser klingen als ein schlechter bei 2:1. Sie zeigen nur, wie viel Arbeit jeweils zu leisten ist.
Und jetzt der Satz, der diesen Artikel trägt. Sony schreibt, LDAC übertrage Hi-Res-Material ab 96 kHz/24 Bit ohne jede Down-Conversion. Das ist richtig: Abtastrate und Wortbreite bleiben erhalten, es wird nicht auf 48 kHz heruntergerechnet. Gleichzeitig steht auf derselben Seite die Zahl 990 kbit/s. Setzt man beides zusammen, ergibt sich:
Bei 96 kHz/24 Bit über LDAC werden 78,5 % der Daten verworfen. Übrig bleibt gut ein Fünftel.
Beides ist wahr, und genau darin liegt der Trick der Hi-Res-Wireless-Vermarktung. „Keine Down-Conversion“ ist eine Aussage über das Format, nicht über den Informationsgehalt. Ein Etikett, das dir sagt, die Verpackung sei unverändert groß — während vier Fünftel des Inhalts fehlen. Sony selbst nennt das Verfahren im Übrigen völlig offen „lossy compression“; irreführend ist nicht der Hersteller, sondern die Verkürzung, mit der die Zahl weitergereicht wird.
Der zweite Befund aus derselben Tabelle wird fast nie erwähnt und ist für die meisten Leser der relevantere: Für CD-Material ist der Kompressionsdruck gering. LDAC liegt bei 44,1 kHz mit seinen 909 kbit/s bei 1,55:1, selbst SBC nur bei 4,3:1. Der ganze Druck auf die Funkstrecke entsteht durch das Hi-Res-Quellformat, nicht durch Bluetooth. Ob dieses Quellformat für dich überhaupt hörbar etwas ändert, ist eine Frage für sich — die habe ich mir im Beitrag zur Hörbarkeit von Hi-Res-Audio vorgenommen, und die Antwort dort fällt nüchterner aus, als die Logos vermuten lassen. Wie Abtastraten auf dem Weg zu deinem Wandler überhaupt behandelt werden, steht im Beitrag zur Abtastrate beim Streaming.
Warum du die 990 kbit/s fast nie bekommst
Die Spitzenzahl ist eine Obergrenze, keine Betriebsrate. Das sagt Sony selbst, und zwar erstaunlich deutlich:
„Stable transmissions are made a reality with ‚Best Effort‘ mode, which automatically controls the transmission quality and throughput according to the surrounding radio wave conditions.“
Übersetzt: Der Codec regelt seinen Durchsatz nach der Funklage. In der Bahn, im Büro-WLAN, mit dem Telefon in der Hosentasche und dem Kopf dazwischen ist diese Funklage nicht gut. Das 2,4-GHz-Band ist das am dichtesten belegte Stück Spektrum in jedem Wohn- und Bürogebäude.
Damit kippt das Kaufargument. Ein Gerät, das 990 kbit/s kann, überträgt nicht mit 990 kbit/s — es überträgt mit dem, was gerade geht. Eine Verbindung, die stabil bei 420 kbit/s läuft, liefert mehr tatsächliche Musik als eine, die zwischen 990 und einer Notrate springt. Genau deshalb hat Qualcomm bei aptX Adaptive die dynamische Regelung zum Produktmerkmal gemacht statt zur Fußnote, und genau deshalb ist „unterstützt LDAC“ auf einem Datenblatt eine schwächere Information, als sie aussieht.
Ab wann hört das auf, hörbar zu sein?
Die ehrliche Antwort lautet: früher, als die Datenblätter nahelegen — und den deutlichsten Beleg dafür liefert ausgerechnet ein Hersteller, der davon nichts hat.
Qualcomm zitiert auf den eigenen Produktseiten zwei Hörtests der University of Salford. Für aptX Adaptive heißt es dort: „No statistically significant difference between Qualcomm® aptX™ Adaptive at 420kbit/s and Linear Audio at 24bit / 96kHz“. Für aptX HD steht, die Teilnehmer seien „unable to consistently detect a difference between 96kHz/24bit audio and 48kHz/24bit aptX HD encoded and decoded audio“ gewesen.
Ich führe das ausdrücklich als Herstellerzitat, nicht als von mir geprüfte Studie — die Originalarbeiten habe ich nicht abgerufen, und Qualcomm hat ein Interesse an dieser Aussage. Aber es ist ein Interesse mit einer bemerkenswerten Richtung: Der Satz sagt, dass man oberhalb von 420 kbit/s nichts mehr gewinnt, und untergräbt damit jedes Argument für ein teureres Modell mit höherer Zahl. Ein Hersteller, der sich das ins eigene Datenblatt schreibt, verzichtet auf ein Verkaufsargument.
Dazu passt, dass die Unterschiede ohnehin an einer Stelle gesucht werden, an der die Wahrnehmung nicht besonders empfindlich ist. Wie belastbar Höreindrücke bei kleinen Unterschieden sind und welche Rolle Erwartung dabei spielt, steht in der Einführung in die Psychoakustik; was ein Hörvergleich methodisch leisten müsste, damit er überhaupt etwas beweist, habe ich an anderer Stelle aufgeschrieben.
Der Codec ist selten der Engpass
Bei einem Kabelkopfhörer steckt fast die ganze Elektronik in deiner Quelle. Bei einem Bluetooth-Kopfhörer sitzt sie im Ohrhörer: Empfänger, Decoder, D/A-Wandler, Verstärker und praktisch immer eine Signalverarbeitung, die den Frequenzgang zurechtbiegt. Der Codec ist in dieser Kette ein Glied von fünf — und meistens nicht das schwächste.
Drei Dinge wirken dort nach allem, was sich aus den Datenblättern ablesen lässt, deutlich stärker als die Bitrate:
- Die Abstimmung. Der Hersteller entscheidet per DSP, wie der Kopfhörer klingen soll. Das sind Eingriffe in der Größenordnung mehrerer Dezibel über ganze Frequenzbänder. Kein Codec-Wechsel bewegt auch nur annähernd so viel.
- Der Sitz. Ob ein Ohrpolster dicht schließt, entscheidet über den Tiefton — und zwar in einer Größenordnung, gegen die Kompressionsartefakte verschwinden. Warum die Abdichtung physikalisch so viel ausmacht, steht im Vergleich zwischen offenen und geschlossenen Kopfhörern.
- Die Lautstärke, mit der du hörst. Unser Gehör bewertet Frequenzgänge pegelabhängig. Zwei Hördurchgänge bei unterschiedlichem Pegel klingen verschieden, auch wenn technisch alles identisch ist — der Grund dafür steht in der Einführung in die Psychoakustik.
Das ist keine Entwarnung für schlechte Verbindungen, sondern eine Einordnung. Wenn zwei Kopfhörer unterschiedlich klingen und einer davon LDAC kann, ist der Codec die auffälligste, aber selten die richtige Erklärung. Vergleichbar wird es erst, wenn alles andere gleich bleibt — und genau das ist bei zwei verschiedenen Geräten nie der Fall.
LC3 und LE Audio: der einzige Fortschritt, der die Rechnung ändert
Alles bisher Gesagte dreht sich um dieselbe Strategie: mehr Bits durchdrücken. Die Bluetooth SIG geht mit LC3, dem Codec von LE Audio, den anderen Weg — nicht mehr Datenrate, sondern ein effizienterer Codec. Die Bluetooth SIG formuliert das so:
„Extensive listening tests have shown that LC3 will provide improvements in audio quality over the SBC codec included with Classic Audio, even at a 50% lower bit rate.“
Bessere Qualität bei halber Datenrate — das ist die Richtung, in der bei Audio-Codecs historisch immer die echten Sprünge lagen. Und es ist der Grund, warum ich die Bitratentabelle oben nicht als Rangliste lese: Sie misst Aufwand, nicht Ergebnis. Ein moderner Codec bei 400 kbit/s kann einen älteren bei 900 kbit/s schlagen, ohne dass sich an der Physik etwas geändert hätte.
Praktisch ist LE Audio noch im Übergang: Es braucht neue Hardware auf beiden Seiten, und der Funktionsumfang wird über mehrere Gerätegenerationen ausgerollt. Als Kaufkriterium ist es heute weniger wert als eine stabile Verbindung — aber es ist der Punkt, an dem sich die Frage „welcher Codec?“ in ein paar Jahren neu stellt.
Was du praktisch tun solltest
Aus den Zahlen oben folgt eine kurze Liste, und sie sieht anders aus als die übliche Kaufempfehlung.
- Prüfe, was deine Quelle überhaupt liefert. Bei CD-Auflösung oder üblichen Streaming-Formaten ist die Kompressionsaufgabe klein, und der Codec ist selten der Engpass. Ein Hi-Res-Abo, das über Bluetooth läuft, verschenkt dagegen den Großteil seines Vorteils, bevor der Kopfhörer ihn überhaupt bekommt.
- Beide Seiten müssen denselben Codec können. Ein LDAC-Kopfhörer am iPhone fällt auf AAC zurück — das Gerät nimmt, was beide beherrschen. Eine Codec-Angabe auf der Kopfhörerpackung ist deshalb nur die halbe Information.
- Stabilität schlägt Spitzenrate. Wenn du die Wahl zwischen einer dynamisch geregelten Verbindung und einer nominell schnelleren hast, die in deiner Umgebung ständig nachregelt, nimm die stabile.
- Wenn dir Auflösung wirklich wichtig ist, nimm kein Funkgerät. Das ist die unbequeme, aber sauberste Antwort: Ein Kabel hat keine Bitratenobergrenze und keine Funklage. Für kritisches Hören ist das der Weg — welche Bauform dafür sinnvoll ist, steht im Vergleich zwischen offenen und geschlossenen Kopfhörern.
- Lies Datenblätter mit derselben Skepsis wie sonst. Eine Frequenzbereichsangabe ohne Toleranz ist keine Information, eine Spitzenbitrate ohne Betriebsbedingung auch nicht — dazu passt der Beitrag zum Lesen von Frequenzgängen.
Wenn du auf dieser Grundlage nach konkreten Geräten suchst, hilft die Übersicht zu Over-Ear-Kopfhörern beim Einordnen.
Häufige Fragen
Ist LDAC verlustfrei?
Nein. Sony beschreibt das Verfahren selbst als „lossy compression“, und die Rechnung oben zeigt die Größenordnung: Bei 96 kHz/24 Bit bleiben von der Roh-Datenrate rund 21 % übrig. Das „Hi-Res Audio Wireless“-Logo der Japan Audio Society, das LDAC bei 990 kbit/s trägt, bescheinigt keine Verlustfreiheit, sondern die Erfüllung der Logo-Anforderungen. Verlustfrei über klassisches Bluetooth gibt es derzeit nicht — die Datenrate gibt es schlicht nicht her.
Lohnt sich ein Kopfhörer mit LDAC gegenüber einem mit AAC?
Nur, wenn dein Zuspielgerät LDAC auch sendet und deine Funkumgebung ruhig genug ist, dass der Codec seine Rate halten kann. Auf einem iPhone läuft ohnehin AAC. Und nach den von Qualcomm zitierten Hörtests liegt die Grenze, ab der mehr Datenrate nichts mehr bringt, deutlich unterhalb dessen, was LDAC anbietet. Ich würde die Entscheidung deshalb nicht am Codec festmachen, sondern an Passform, Abstimmung und Verbindungsstabilität — drei Dinge, die jeden Tag hörbar sind.
Warum klingt mein Bluetooth-Kopfhörer am Laptop schlechter als am Handy?
Weil die Codec-Auswahl vom Sender abhängt, und viele Laptops nur SBC beherrschen oder beim Aushandeln auf SBC zurückfallen. Dazu kommt, dass ein Laptop meist gleichzeitig WLAN im selben 2,4-GHz-Band betreibt. Das Gerät am Kopf ist in beiden Fällen dasselbe — was sich ändert, ist die Strecke davor. Dieselbe Logik gilt übrigens für die ganze Kette: Der schwächste Punkt bestimmt das Ergebnis, und das ist selten der, auf dem das größte Logo klebt. Wie D/A-Wandlung dabei hineinspielt, steht im Beitrag zum D/A-Wandler.
Mir ist bei dieser Recherche vor allem eines hängen geblieben: Die beiden nützlichsten Sätze in diesem ganzen Themenfeld stehen bei Herstellern, die damit gegen ihr eigenes Marketing arbeiten — Sonys „Best Effort“ und Qualcomms zitierter Hörtest. Datenblätter zu lesen lohnt sich vor allem da, wo sie unabsichtlich ehrlich werden.

