WiiM Pro Plus Netzwerk-Streamer mit beiliegender Sprach-Fernbedienung (offizielles Produktbild)

WiiM Pro Plus im Kaufcheck: Der Streamer, an dem sich alle messen (2026)

Kurz gesagt

  • Der WiiM Pro Plus ist der Netzwerkplayer, an dem sich seit 2023 die ganze Einstiegsklasse messen lassen muss: AKM-Wandler, alle drei Connect-Protokolle, Roon Ready – zur UVP von 249 €, im Preisvergleich oft ab etwa 189 €.
  • Die Testlage ist ungewöhnlich einstimmig: Messungen auf Empfehlungsniveau bei ASR, Laborbestätigung bei stereo.de, What-Hi-Fi-Award, Aggregatnote 1,5 bei testberichte.de. Einen echten Gegenspieler zum Preis gibt es derzeit nicht.
  • Die Schwächen sind real, aber verschmerzbar: Bluetooth nur mit SBC/AAC, kein Display, kein USB-Audio-Ausgang, und ohne die WiiM-Home-App läuft praktisch nichts.
  • Kauf ihn, wenn eine vorhandene Anlage streamen lernen soll und du per App steuerst. Lass es, wenn du ein Display am Gerät willst oder einen USB-DAC anschließen möchtest – dann ist der Ultra die richtige Adresse.

Transparenz: Dieses Profil enthält Affiliate-Links (mit * markiert) – kaufst du darüber, erhalte ich eine kleine Provision, dein Preis bleibt gleich. Ich habe den Pro Plus nicht selbst im Regal: Alles hier stammt aus unabhängigen Labormessungen, Fachtests und Herstellerangaben, jeweils mit Quelle benannt. Produktbild: WiiM. Wie ich arbeite, steht auf meiner Transparenz-Seite.

Es gibt Geräte, über die schreibt man, weil sie spannend sind – und Geräte, über die man schreiben muss, weil an ihnen kein Weg vorbeiführt. Der WiiM Pro Plus ist das zweite. Wer 2026 nach einem Streamer unter 300 € sucht, landet in jedem Forum, jedem Testmagazin und jeder Kaufberatung früher oder später bei dieser unscheinbaren schwarzen Box – auch in meinem Streaming-Einstieg steht sie an erster Stelle der Hardware-Empfehlungen.

Dieses Profil klärt, warum das so ist, wo die Grenzen liegen und für wen sich stattdessen ein anderes Gerät lohnt. Vorweg zur Methode: Ich fasse hier zusammen, was unabhängige Labore gemessen und Fachtester geschrieben haben – kein eigener Hörtest, dafür die komplette Faktenlage an einem Ort.

Was der Pro Plus ist – und was nicht

Der Pro Plus ist ein reiner Netzwerkplayer im Handtellerformat: Er holt Musik aus dem Netz oder vom Handy, wandelt sie und reicht sie an einen vorhandenen Verstärker weiter – analog per Cinch oder digital per Koax und Optisch. Er verstärkt nichts, er hat keine Lautsprecher, er ersetzt keine Anlage. Er macht eine bestehende Anlage streamingfähig, mehr nicht. Genau diese Beschränkung ist sein Konzept.

Innerhalb der WiiM-Familie sitzt er zwischen dem einfacheren Pro (gleiches Gehäuse, schwächerer Texas-Instruments-Wandler, keine Fernbedienung im Karton) und dem Ultra (Touch-Display, USB-Ausgang, Phono-Eingang, rund 150 € teurer). Die UVP liegt bei 249 €, im Preisvergleich stand er zuletzt ab etwa 189 € (Stand: 10. August 2026) – die Spanne ist typisch für WiiM, ein Blick auf den Tagespreis lohnt.

Anschlüsse und Technik: mehr, als der Preis vermuten lässt

Die Eckdaten stammen aus dem offiziellen Datenblatt und sind als Herstellerangaben zu lesen – die unabhängige Bestätigung folgt einen Abschnitt weiter unten.

WiiM Pro Plus – Ausstattung laut Hersteller-Datenblatt (Stand August 2026)
Bereich Ausstattung
Wandler AKM AK4493SEQ · SNR 120 dB · THD+N 0,00032 %
Ausgänge Analog Cinch · Optisch · Koaxial – je bis 24 Bit/192 kHz
Eingänge Cinch Line-In (wird mit 24/192 digitalisiert) · Optisch-In
Netzwerk WLAN 802.11ac (2,4 + 5 GHz) · LAN-Buchse
Bluetooth 5.1 – nur SBC und AAC, kein aptX/LDAC
Extras 12-V-Trigger-Ausgang · 10-Band-EQ · Raumkorrektur per Handymikro
Lieferumfang Sprach-Fernbedienung · Cinch-Kabel · USB-C-Netzteilanschluss

Drei Details verdienen einen zweiten Blick. Der 12-V-Trigger-Ausgang ist in dieser Preisklasse eine Rarität: Er weckt einen kompatiblen Verstärker automatisch, sobald Musik startet – ein Komfortmerkmal, das sonst deutlich teurere Geräte vorbehalten. Die digitalen Ausgänge machen den Pro Plus zukunftssicher: Wer später einen besseren externen DAC anschafft, nutzt die Box einfach als reinen Zuspieler weiter. Und der Line-Eingang digitalisiert analoge Quellen mit 24 Bit/192 kHz – praktisch für Multiroom, aber wer seinen Plattenspieler prinzipiell nicht durch einen Analog-Digital-Wandler schicken will, sollte das wissen.

Was fehlt: ein Display (nur eine Status-LED), ein USB-Audio-Ausgang (den gibt es erst beim Ultra) und höherwertige Bluetooth-Codecs. Das Gehäuse ist Kunststoff, die ganze Box wiegt 400 Gramm – wer Wertigkeit zum Anfassen sucht, wird hier nicht glücklich.

Dienste und Protokolle: die eigentliche Stärke

Bei einem Streamer entscheidet weniger der Wandler als die Frage, ob deine Dienste nativ und stabil laufen. Hier spielt der Pro Plus sein stärkstes Argument aus – er unterstützt alle drei Connect-Protokolle: Spotify Connect, Tidal Connect und Qobuz Connect. Du steuerst also direkt aus der jeweiligen Dienst-App, das Gerät holt den Stream selbst aus dem Netz, und das Handy darf danach ausgeschaltet werden.

Amazon Music – sonst das Sorgenkind der Streamer-Welt, weil es kein eigenes Connect-Protokoll hat – ist direkt in die WiiM-Home-App integriert, genau wie Deezer und Internetradio. Dazu kommen AirPlay 2, Chromecast Audio, DLNA und Alexa. Und seit Oktober 2024 ist der Pro Plus offiziell Roon Ready zertifiziert – nicht mehr Beta, sondern von Roon Labs abgenommen. Für ein Gerät dieser Preisklasse ist diese Liste schlicht konkurrenzlos; selbst deutlich teurere Streamer decken selten alle drei Connect-Wege gleichzeitig ab.

Der Preis dafür ist die App-Bindung: Einrichtung, EQ, Firmware, Quellenwahl – alles läuft über die WiiM-Home-App samt Konto. Die Fachpresse lobt die App durchgängig als eine der besten der Branche, aber wer grundsätzlich keine Cloud-Anbindung im HiFi-Regal will, hat hier den falschen Kandidaten. Zur Einordnung, welche Auflösung auf welchem Weg überhaupt ankommt: Bit-perfect, Lossless, Hi-Res – was wirklich zählt.

Was Labore und Tester übereinstimmend sagen

Selten sind sich Messtechniker und Hörtester so einig. Bei Audio Science Review – dem Forum, das ausschließlich nach Messwerten urteilt – schnitt der Pro Plus um satte 24 dB besser ab als der einfache Pro (SINAD) und landete auf der Empfehlungsliste; als einziger Makel blieb eine kleine Auffälligkeit im IMD-Verhalten des AKM-Chips, weit unterhalb jeder Hörbarkeitsschwelle. stereo.de bestätigte im eigenen Messlabor den besseren Rauschabstand gegenüber dem Pro und beschrieb im Hörvergleich ein präziseres Klangbild mit natürlicheren Stimmen und tieferer Bühne – Tenor: In dieser Preisklasse findet sich kaum Vergleichbares.

What Hi-Fi kürte ihn 2023 zum besten Streamer unter 300 £, bei den CES Innovation Awards 2024 war er Honoree, und das Portal testberichte.de fasst die vorliegenden Einzeltests zur Gesamtnote 1,5 („sehr gut“) zusammen. Wohlgemerkt: Das sind fremde Urteile, nicht meine. Aber wenn Messlabore, britische Hörtester und deutsche Redaktionen unabhängig voneinander beim selben Ergebnis landen, ist das genau die Beleglage, auf die dieser Blog baut.

Kaufen oder nicht?

Kauf ihn, wenn …

  • … eine vorhandene Anlage (Verstärker oder Aktivboxen) streamen lernen soll, ohne dass du irgendetwas ersetzen willst.
  • … du Spotify, Tidal oder Qobuz per Connect-Protokoll direkt aus der Dienst-App steuern möchtest – oder Roon nutzt.
  • … dir ein sauber messender Wandler wichtiger ist als Gehäuse-Romantik – oder du ohnehin digital an einen eigenen DAC weiterreichst.
  • … Amazon Music dein Dienst ist: Die native App-Integration ist in dieser Klasse alles andere als selbstverständlich.

Lass es, wenn …

  • … du am Gerät ablesen willst, was gerade läuft: Es gibt kein Display, nur die App und die beiliegende Fernbedienung. Dann lieber der WiiM Ultra (Touch-Display, USB-Out, ab ca. 345 €).
  • … deine Zuspielung hauptsächlich Bluetooth vom Handy ist – mit SBC/AAC verschenkst du genau die Qualität, für die du den Streamer kaufst.
  • … du eine appfreie, konto-lose Lösung suchst oder das Gerät in zehn Jahren noch ohne Herstellerserver funktionieren soll. Diese Garantie kann dir hier niemand geben.
  • … Multiroom im großen Stil und Herstellervielfalt dein Thema sind – dann führt der Weg eher zum Bluesound Node und dessen BluOS-Ökosystem.

Preis-Check (Stand 10. August 2026): UVP 249 €, bei Amazon zuletzt genau darauf – im Preisvergleich dagegen ab rund 189 €. Die 60 € Differenz sind reale Schwankung, keine Ausnahme; beide Quellen kurz gegenprüfen gehört bei WiiM zum Kauf dazu.

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Kurz nachgefragt

Reicht nicht auch der günstigere WiiM Pro?

Wenn du ausschließlich digital rausgehst (Koax/Optisch in einen externen DAC oder Verstärker mit Digitaleingang): ja, dann wandelt der Pro Plus gar nicht und der Aufpreis kauft dir vor allem die Fernbedienung. Nutzt du den analogen Ausgang, ist der Fall klar – der AKM-Wandler des Plus misst sich deutlich besser, und stereo.de hat den Unterschied auch im Labor bestätigt.

Brauche ich zusätzlich einen externen DAC?

Nein. Mit 120 dB Rauschabstand arbeitet der eingebaute Wandler jenseits dessen, was am Hörplatz unterscheidbar ist – warum das so ist, habe ich hier aufgedröselt. Interessant wird ein externer DAC nur, wenn du ihn ohnehin besitzt: Dann dient der Pro Plus als reiner Netzwerk-Zuspieler über Koax oder Optisch.

Läuft Spotify Lossless auf dem Pro Plus?

Ja, über Spotify Connect – genau der Weg, den Spotify für Lossless vorsieht. Zwei Dinge beachten: Die Lossless-Option muss in der Spotify-App pro Gerät einzeln aktiviert werden, und wer stattdessen per Chromecast castet, bekommt laut übereinstimmenden Nutzerberichten wieder komprimiertes Material zugespielt.

Was mich an diesem Gerät am meisten interessiert, ist gar nicht das Gerät selbst – es ist der Effekt auf alles andere. Seit eine 200-€-Box alle Protokolle spricht, sauber misst und ordentlich bedienbar ist, muss jeder teurere Streamer eine unbequeme Frage beantworten: Was genau kann er eigentlich mehr? Manchmal gibt es gute Antworten – ein Display, ein Ökosystem, ein USB-Ausgang. Aber die Beweislast hat der Pro Plus umgedreht, und davon profitierst du selbst dann, wenn du am Ende etwas ganz anderes kaufst.

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