Kleiner schwarzer Phono-Vorverstärker mit vier Cinch-Buchsen und Erdungsschraube, daneben ein Cinch-Kabel, im Hintergrund ein Plattenspieler

Phono-Vorverstärker für den Plattenspieler: 5 Empfehlungen nach Messwerten (2026)

Kurz gesagt

  • Einen Phono-Vorverstärker brauchst du nur, wenn weder dein Verstärker einen Phono-Eingang hat noch dein Plattenspieler einen eingebauten Vorverstärker.
  • Am besten gemessen hat Audio Science Review den Fosi Audio Box X5 (um 130 €): exakte Entzerrung, viel Reserve für Knackser, MM und MC.
  • Der günstigste gut gemessene ist der ART DJ Pre II (um 75 €), allerdings nur für MM-Tonabnehmer. Vom Behringer PP400 rate ich ab: Ihm fehlen bei 20 Hz rund 4 dB Bass.

Ein Tonabnehmer liefert ein winziges Signal: Ein typisches MM-System gibt rund 5 Millivolt ab, ein Moving-Coil-System oft nur ein Zwanzigstel davon. Ein CD-Spieler oder Streamer schickt dagegen etwa 2 Volt in den Verstärker. Dazwischen liegt ein Faktor von mehreren Hundert, und genau den überbrückt der Phono-Vorverstärker, auch Phono-Vorstufe oder Phono-Entzerrer genannt. Ohne ihn spielt ein Plattenspieler an einem normalen Line-Eingang so leise und dünn, dass viele erst an einen Defekt denken.

Gleichzeitig ist er das Bauteil, über das in Kaufberatungen am wenigsten Konkretes steht. Die meisten Listen nennen Ausstattung und Preis. Ob ein Gerät seine eigentliche Aufgabe sauber erledigt, lässt sich aber messen, und für viele der beliebten Modelle gibt es solche Messungen. Darauf baut dieser Guide auf.

Transparenz: Dieser Guide enthält Affiliate-Links (mit * markiert) zu Amazon und Thomann. Kaufst du darüber, erhalte ich eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts. Welche Geräte hier stehen und wie ich sie einordne, beeinflusst das nicht. Die Preise sind gerundet und ändern sich, prüf sie vor dem Kauf selbst. Wie ich arbeite, steht auf meiner Transparenz-Seite.

Brauchst du überhaupt einen Phono-Vorverstärker?

Oft nicht. Bevor du Geld ausgibst, lohnt ein Blick auf die Rückseite von zwei Geräten.

  • Dein Verstärker hat einen Eingang mit der Aufschrift „Phono“, meist mit einer Erdungsschraube daneben. Dann steckt die Vorstufe schon im Verstärker. Ein externer lohnt sich nur, wenn der eingebaute kein MC kann oder hörbar brummt.
  • Dein Plattenspieler hat einen Schalter „Phono/Line“. Dann ist ein Vorverstärker eingebaut. Das gilt für viele Einsteigermodelle, in meiner Plattenspieler-Kaufberatung bis 500 € etwa für fünf von sechs Geräten. Steht der Schalter auf „Line“, kann der Spieler direkt an jeden Line-Eingang.
  • Weder noch, etwa bei einem puristischen Laufwerk wie dem Rega Planar 1 an einem modernen Verstärker ohne Phono-Eingang, an einer Soundbar oder an Aktivlautsprechern. Dann führt kein Weg an einem externen Phono-Vorverstärker vorbei.

Doppelt entzerren solltest du übrigens nie: Ein Plattenspieler mit eingeschaltetem Vorverstärker am Phono-Eingang klingt übersteuert, verzerrt und dumpf zugleich. Einer von beiden muss aus.

Was ein Phono-Vorverstärker eigentlich tut

Verstärken ist nur die halbe Aufgabe. Die andere Hälfte ist eine Korrektur, ohne die keine Schallplatte richtig klingt. Beim Schneiden einer Platte wird der Bass stark abgesenkt, weil tiefe Töne sonst so breite Rillen bräuchten, dass kaum Musik auf eine Seite passte. Die Höhen werden dagegen angehoben, damit sie später über dem Rillenrauschen liegen. Seit Mitte der 1950er-Jahre geschieht das nach einer einheitlichen Kurve, der RIAA-Kennlinie. Der Phono-Vorverstärker muss sie beim Abspielen exakt spiegelbildlich zurückdrehen.

Wie groß dieser Eingriff ist, habe ich aus den drei Zeitkonstanten der Norm (3.180, 318 und 75 Mikrosekunden) selbst nachgerechnet:

RIAA-Wiedergabekurve, bezogen auf 1 kHz (eigene Rechnung)
Frequenz Korrektur beim Abspielen Was dort spielt
20 Hz +19,3 dB tiefste Orgeltöne, Rumpeln
50 Hz +17,0 dB Bassdrum, E-Bass
100 Hz +13,1 dB Grundton von Bass und Cello
500 Hz +2,7 dB Stimmen, Grundtöne
1 kHz 0 dB Bezugspunkt
5 kHz −8,2 dB Präsenz, Zischlaute
10 kHz −13,7 dB Becken, Luft
20 kHz −19,6 dB obere Hörgrenze

Zwischen tiefstem Bass und höchsten Höhen liegen also knapp 39 dB. Das ist ein Faktor von fast 90 in der Spannung, und der Vorverstärker muss ihn über das ganze Band genau treffen. Liegt er bei 20 Hz 4 dB daneben, kommt dort nur noch 63 Prozent der Bass-Amplitude an. Amir Majidimehr von Audio Science Review setzt die Hörschwelle für breitbandige Abweichungen im Bass bei rund 0,5 dB an. Wie man solche Abweichungen in einer Kurve abliest, steht in Frequenzgang lesen. Ein Vorverstärker mit krummer Entzerrung ist deshalb ein eingebauter Equalizer, den niemand bestellt hat. Er verändert die Klangbalance jeder Platte gleich, und kein Tonabnehmer der Welt gleicht das wieder aus.

Weil die Kurve die Höhen beim Abspielen so stark absenkt, verraten zwei weitere Eigenschaften viel über die Qualität:

  • Übersteuerungsreserve (Headroom). Knackser und Kratzer sind kurze, sehr steile Spannungsspitzen voller Hochtonanteile, oft ein Vielfaches lauter als die Musik. Ein Vorverstärker mit wenig Reserve schneidet sie ab, und aus einem kurzen Klick wird ein hässliches Krachen. ASR erwartet mindestens 100 mV Eingangsspannung bei 1 kHz ohne Verzerrung, also 26 dB über den 5 mV eines MM-Systems.
  • Rauschen und Brummen. Die Verstärkung um den Faktor 80 bis 1.000 hebt alles mit an, was am Eingang schon da ist. Bei Phono-Vorstufen bestimmt meist das Netzbrummen bei 50 oder 60 Hz den Messwert, nicht das Rauschen der Schaltung.

Woher die Messwerte kommen

Ich habe keinen dieser Vorverstärker selbst gemessen. Alle Messwerte hier stammen von Audio Science Review (ASR), wo Amir Majidimehr seit 2018 Phono-Vorstufen mit demselben Audio-Precision-Analysator und weitgehend demselben Ablauf misst: in der Regel 5 mV bei 1 kHz am Eingang, dazu Frequenzgang mit Entzerrung, Reserve über die Frequenz und Rauschspektrum. Das macht die Geräte untereinander vergleichbar, auch wenn die Tests Jahre auseinanderliegen.

ASR rankt Phono-Vorstufen nach SINAD, dem Abstand zwischen Musiksignal und allem Störenden. Für diesen Guide ist diese Zahl aber nur ein Kriterium von dreien. Das zeigt ein Beispiel aus derselben Rangliste: Ganz oben steht mit 86 dB der Cambridge Audio Alva Solo, gleichauf mit dem Fosi X5. Amir hat ihn trotzdem nicht empfohlen, weil seine RIAA-Kurve doppelt so weit abweicht wie beim größeren Duo. Ein leiser Vorverstärker, der die Klangbalance verbiegt, landet hier also nicht auf einer Karte. In die Empfehlungen kommt nur, was bei der Entzerrung sauber ist und mit Knacksern umgehen kann.

Ein Vorbehalt gehört dazu: Wie stark ein Vorverstärker brummt, hängt auch von der Erdung im Messaufbau ab, und bei dir zu Hause wird es anders sein. Die SINAD-Werte sind deshalb ein Vergleich unter gleichen Bedingungen, kein Versprechen für dein Rack.

Die 5 Empfehlungen nach Messwerten

1
Fosi AudioBox X5Bestes Messergebnis
um 130 €Preisklasse
// ASR SINAD 86 dB · RIAA ±0,1 dB · Reserve ~120 mV bei 1 kHz · empfohlen
MM + MCVerstärkung umschaltbarexternes Netzteil
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Der X5 ist der Grund, warum dieser Guide nicht mit einem teuren Gerät beginnt. Im Test vom Januar 2025 schreibt Amir, die Box liege „im Grunde gleichauf mit der besten bisher gemessenen Phono-Vorstufe“. Verzerrungen tauchen im Messbild praktisch gar nicht auf, den Messwert begrenzt allein ein wenig Netzbrummen.

Wichtiger noch als die Rangliste: Die Entzerrung weicht im linken Kanal kaum messbar von der Norm ab, im rechten steigt sie zu den Höhen um wenige Zehntel Dezibel an. Und die Reserve ist groß. Erst bei rund 120 mV am Eingang, fast 28 dB über dem Normalpegel eines MM-Systems, setzt bei 1 kHz das Clipping ein. Zu den Höhen hin sinkt die Grenze, wie bei fast allen Phono-Vorstufen, bleibt laut Amir aber auch dort gut. Am MC-Eingang rauscht der X5 erwartungsgemäß mehr, das Ergebnis nennt der Test „respektabel“.

Technische Daten

TonabnehmerMM und MC, mehrere Verstärkungsstufen
Verstärkung MM (ASR)38,4 dB
SINAD (ASR)86 dB in der Rangliste
AusgangCinch
Stromversorgungexternes Wechselspannungs-Netzteil, 16 V
2
ARTDJ Pre IIPreis-Tipp, nur MM
um 75 €Preisklasse
// ASR SINAD 83 dB · Frequenzgang flach · „great bargain“
nur MMLow-Cut-FilterAlu-Gehäuse
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Der DJ Pre II ist ein altes, unscheinbares Gerät aus dem Studio- und DJ-Bereich, und in der ASR-Rangliste steht er trotzdem auf Platz fünf, vor vielen deutlich teureren Vorstufen. Amir hat ihn 2018 gemessen, damals im Vergleich mit dem U-Turn Pluto, und nannte ihn ein „great bargain“. Im gemessenen Frequenzgang bleibt die Verstärkung zwischen 20 Hz und 20 kHz praktisch auf einer Linie. Ein zuschaltbarer Low-Cut-Filter, laut Händler bei 22 Hz, nimmt Rumpeln weg, und die Eingangskapazität lässt sich zwischen 100 und 200 pF umschalten.

Die Einschränkungen: Er nimmt nur MM-Tonabnehmer, und mit 35,7 dB verstärkt er etwas weniger als die anderen hier. An den meisten Verstärkern spielt das keine Rolle, du drehst den Regler einfach etwas weiter auf. Weil die Messung acht Jahre alt ist, gilt sie für die damals gemessene Ausführung. Eine neuere Version hat ASR nicht getestet.

Technische Daten

Tonabnehmernur MM
Verstärkung (ASR)35,7 dB
SINAD (ASR)83 dB (A-bewertet)
ExtrasLow-Cut-Schalter
ASR-MessungJuni 2018
3
CambridgeAlva DuoMit Kopfhörerausgang
um 350 €Preisklasse
// ASR SINAD 84 dB · RIAA „essentially perfect“ · „excellent recommendation“
MM + MCKopfhörerverstärkerBestnote bei ASR
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Der Duo ist teurer als der Fosi und misst nicht besser. Er steht trotzdem hier, weil er etwas kann, was keiner der anderen kann: Vorne sitzt ein Kopfhörerausgang. Wer Platten vor allem abends über Kopfhörer hört, braucht damit weder Verstärker noch Lautsprecher, nur Plattenspieler und Duo. Ob der eingebaute Ausgang für deinen Kopfhörer reicht, lässt sich mit der Rechnung aus Brauche ich einen Kopfhörerverstärker? abschätzen.

Amir hat ihn zweimal gemessen, zuletzt im Juli 2023, und beide Male das höchste Prädikat vergeben. Die Entzerrung nennt er „im Grunde perfekt“, die Verzerrungen „state of the art“. Als einzigen Kritikpunkt nennt er die Übersteuerungsreserve, die „etwas besser sein könnte“, weil der Ausgang bei 10,5 Volt an seine Grenze kommt. Den kleineren Bruder Alva Solo, nur MM und deutlich günstiger, empfiehlt Amir ausdrücklich nicht, weil dessen Frequenzgang im Bass sichtbar schwankt. Sein Rat lautet, das Geld für den Duo draufzulegen.

Technische Daten

TonabnehmerMM und MC, umschaltbar
Verstärkung MM (ASR)39,0 dB
SINAD (ASR)84 dB in der Rangliste
Schwachpunkt (ASR)Ausgang max. 10,5 V, Reserve „could be a bit better“
ExtrasKopfhörerausgang
4
iFiZen Phono 3Ausstattung & symmetrisch
um 260 €Preisklasse
// ASR SINAD 70 dB · RIAA „perfect“ · empfohlen
MM + 3× MC4,4 mm symmetrischSubsonic-Filter
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Der Zen Phono 3 ist das Gerät für Leute, die einstellen wollen: eine Verstärkungsstufe für MM, drei für MC, wählbare Abschlusswiderstände und ein zuschaltbarer Subsonic-Filter gegen Rumpeln. Dazu kommt ein symmetrischer Ausgang, allerdings als 4,4-mm-Buchse, für XLR brauchst du also einen Adapter. Die Entzerrung nennt Amir im Test vom Oktober 2024 „perfekt, was selten ist“.

Beim Rauschen landet er dagegen nur im Mittelfeld der Rangliste, und der symmetrische Ausgang ändert daran laut Test nichts außer der Verstärkung. Bei 1 kHz ist die Reserve gut, zu hohen Frequenzen hin nimmt sie ab, was Amir ausdrücklich bedauert, weil Knackser genau dort ihre Energie haben. Eine Eigenheit noch: Nach jedem Umschalten bleibt der Ausgang 5 bis 10 Sekunden stumm. Wer die vielen Optionen nicht braucht, bekommt beim Fosi die besseren Messwerte für die Hälfte.

Technische Daten

TonabnehmerMM, MC in drei Stufen
Verstärkung MM (ASR)36,8 dB (Cinch)
SINAD (ASR)70 dB in der Rangliste
AusgängeCinch und 4,4 mm symmetrisch
ExtrasSubsonic-Filter, Lastwahl
5
ARTPrecision Phono PreGünstig mit MC
um 100 €Preisklasse
// ASR SINAD 78 dB · RIAA ±0,6 dB · „gets the basics right“
MM + MCLow-Cut-Filtergute Reserve
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Der Precision Phono Pre ist der günstigste Weg zu einem MC-Eingang, den ASR gemessen hat. Amirs Urteil vom Juni 2022 ist zurückhaltender als bei den anderen: Das Gerät mache „die Grundlagen richtig, zu einem sehr attraktiven Preis“. Eine ausdrückliche Empfehlung spricht er nicht aus.

Der Grund steht im Frequenzgang. Bass und Grundton liegen rund 0,6 dB tiefer als die Höhen, eine breite, flache Stufe. Das ist wenig, liegt aber knapp über der Schwelle, ab der so etwas hörbar werden kann, und klingt eher etwas schlanker als dumpf. Auf der Habenseite steht eine Übersteuerungsreserve, die laut Test besser ist als bei vielen Konkurrenten. Wer nur ein MM-System betreibt, ist mit dem DJ Pre II besser bedient.

Technische Daten

TonabnehmerMM und MC
Verstärkung MM (ASR)34,5 dB
SINAD (ASR)78 dB in der Rangliste
RIAA-Abweichung (ASR)ca. 0,6 dB, Stufe unterhalb 1 kHz
ExtrasLow-Cut-Schalter

Pro-Ject: die beliebtesten, aber kaum gemessen

Bei den Modellnamen wird in Deutschland nach keinem Hersteller so oft gesucht wie nach Pro-Ject, allen voran nach der Phono Box S2 und der einfachen Phono Box. Für keines dieser drei Modelle gibt es einen ASR-Test. Was es gibt, ist eine Messung der Phono Box MM, der reinen MM-Schwester der Phono Box, vom Juli 2023. Sie fällt gemischt aus: Die Entzerrung nennt Amir „extrem gut“, die Reserve zu hohen Frequenzen dagegen so gering wie bei keiner Phono-Vorstufe, die er bis dahin gemessen hatte. Sein Schlusssatz lautet „Ich persönlich würde mich anderweitig umsehen“. Ob das auf die MM/MC-Version übertragbar ist, lässt sich ohne eigene Messung nicht sagen. Die Box E taucht in ASRs Rangliste mit 76 dB SINAD auf, einen ausführlichen Test dazu habe ich nicht gefunden.

Ich führe die drei deshalb getrennt und ohne Platzierung. Alle Angaben auf diesen Karten stammen vom Hersteller oder vom Händler.

–
Pro-JectPhono Box S2 UltraMesswerte noch nicht verfügbar
um 240 €Preisklasse
// noch keine ASR-Messung · diskreter Aufbau laut Hersteller
MM + MCLastwahlungemessen
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Die S2 Ultra ist die Version der Phono Box S2, nach der in Deutschland am meisten gesucht wird, und sie kostet fast doppelt so viel wie der am besten gemessene Fosi. Pro-Ject wirbt mit einem diskreten Aufbau und mehreren Einstellungen für Verstärkung und Abschluss, sodass sich MM- und MC-Systeme passend anschließen lassen. Wie gut sie die RIAA-Kurve trifft und wie viel Reserve sie hat, weiß ich nicht. Solange es dazu keine unabhängige Messung gibt, kann ich sie nicht vor die Geräte oben stellen.

Technische Daten

TonabnehmerMM und MC (Herstellerangabe)
Unabhängige Messungkeine gefunden
–
Pro-JectPhono BoxMesswerte noch nicht verfügbar
um 100 €Preisklasse
// keine ASR-Messung · Schwestermodell Phono Box MM: wenig Reserve
MM + MC40 / 60 dBungemessen
Mehr Details & Einordnung

Die Phono Box ist der Klassiker im kleinen Metallgehäuse, mit umschaltbarer Verstärkung von 40 dB für MM und 60 dB für MC. Gemessen ist nur die MM-Schwester, und deren Messung spricht für eine saubere Entzerrung, aber gegen die Reserve bei Knacksern. Für gut gepflegte Platten mag das egal sein, für Flohmarktfunde eher nicht. Im selben Preisbereich gibt es mit dem ART Precision Phono Pre einen gemessenen MC-fähigen Vorverstärker.

Technische Daten

TonabnehmerMM und MC (Herstellerangabe)
Verstärkung40 dB MM · 60 dB MC (Händlerangabe)
Unabhängige Messungnur Schwestermodell Phono Box MM (ASR, 2023)
–
Pro-JectPhono Box ENur Ranglisten-Wert
um 65 €Preisklasse
// ASR-Rangliste SINAD 76 dB · Entzerrung und Reserve nicht veröffentlicht
nur MMsehr kleinteilweise gemessen
Mehr Details & Einordnung

Die Box E ist Pro-Jects Einstieg und der günstigste Weg, einen Plattenspieler ohne Vorverstärker überhaupt an einen Line-Eingang zu bringen. In ASRs Rangliste steht sie mit 76 dB SINAD knapp hinter dem ART Precision, das ist für den Preis ordentlich. Wie genau sie entzerrt und wie viel Reserve sie hat, geht aus der Rangliste aber nicht hervor, und genau das sind die beiden Punkte, auf die es hier ankommt. Wie der ART DJ Pre II nimmt sie nur MM-Systeme, und der kostet knapp zehn Euro mehr, ist dafür aber vollständig gemessen.

Technische Daten

Tonabnehmernur MM (Händlerangabe)
SINAD (ASR-Rangliste)76 dB
Entzerrung, Reservekeine Messung gefunden

Alle Phono-Vorverstärker im Vergleich

Messwerte von Audio Science Review, MM-Eingang, 5 mV bei 1 kHz
Modell MC SINAD Verstärkung Entzerrung Reserve Preisklasse
Fosi Box X5 ja 86 dB 38,4 dB exakt groß um 130 €
Cambridge Alva Duo ja 84 dB 39,0 dB exakt etwas knapper um 350 €
ART DJ Pre II nein 83 dB 35,7 dB flach k. A. um 75 €
ART Precision Phono Pre ja 78 dB 34,5 dB ±0,6 dB gut um 100 €
iFi Zen Phono 3 ja 70 dB 36,8 dB exakt sinkt zu den Höhen um 260 €
Pro-Ject Phono Box E nein 76 dB k. A. k. A. k. A. um 65 €
Behringer PP400* nein k. A. k. A. −4 dB bei 20 Hz 50 mV um 15 €

SINAD aus ASRs Phono-Rangliste (Stand Januar 2025). „Reserve“ nach Amirs Einordnung im jeweiligen Test. *PP400: Messung eines ASR-Mitglieds, nicht von Amir.

Warum nicht der Behringer PP400?

Der PP400 kostet um 15 € und ist damit ein beliebter Notnagel, wenn der Plattenspieler plötzlich nicht laut wird. Einen Test von Amir gibt es nicht, aber ein ASR-Mitglied hat ihn Ende 2024 mit einem Audio-Precision-Analysator vermessen. Rauschen und Verzerrungen seien für die Preisklasse in Ordnung, schreibt er, beim Frequenzgang falle das Gerät aber durch: 4 dB zu wenig bei 20 Hz und ein halbes Dezibel zu viel bei 20 kHz. Nach der Tabelle oben heißt das, dass tiefe Bässe mit knapp zwei Dritteln ihrer Amplitude ankommen, während die Höhen leicht betont werden. Die Platte klingt dadurch heller und schlanker, als sie geschnitten wurde. Dazu kommt eine Übersteuerungsgrenze bei 50 mV, also halb so viel, wie ASR als Minimum ansetzt.

Für einen Testlauf, ob der alte Plattenspieler vom Dachboden überhaupt noch dreht, ist das in Ordnung. Als Dauerlösung lohnen sich die 60 € Aufpreis zum ART DJ Pre II.

MM oder MC: Welche Verstärkung brauchst du?

Der Unterschied zwischen den beiden Tonabnehmer-Bauarten ist für die Vorstufe vor allem eine Frage der Verstärkung. Rechne es dir einmal durch: Ein MM-System mit 5 mV ergibt bei 38 dB Verstärkung, wie beim Fosi, rund 0,4 V am Ausgang. Das reicht für jeden Verstärker, auch wenn ein Streamer mit 2 V lauter ankommt und du beim Umschalten nachregeln musst. Ein klassisches MC mit 0,2 mV bräuchte für dieselben 0,4 V gut 66 dB, also fast 30 dB mehr, und die müssen extrem rauscharm sein. Deshalb haben MC-Eingänge eigene Verstärkungsstufen und messen fast immer schlechter als der MM-Zweig desselben Geräts.

Wenn du nicht weißt, welchen Tonabnehmer du hast: Fast alle Plattenspieler bis 500 € kommen mit einem MM-System. Was MC kann und wann es sich lohnt, steht im Artikel Tonabnehmer MM vs. MC. Für die meisten reicht ein reiner MM-Vorverstärker, und dann spricht wenig gegen den günstigen DJ Pre II.

Anschließen ohne Brummen

Die Reihenfolge ist immer dieselbe: Plattenspieler-Kabel in den Eingang des Vorverstärkers, vom Ausgang mit einem normalen Cinch-Kabel in einen Line-Eingang des Verstärkers, etwa „AUX“ oder „CD“. Das dünne Erdungskabel des Plattenspielers kommt an die Erdungsklemme des Vorverstärkers. Bleibt es lose, brummt es fast immer. Brummt es trotz angeschlossener Erde, lohnt ein Versuch ohne, oder die Erde zusätzlich am Verstärker anzuklemmen, weil manchmal genau dadurch eine Brummschleife entsteht. Mehr als ein, zwei Versuche braucht das meistens nicht.

Den Vorverstärker stellst du am besten nicht direkt auf oder neben Netzteile und Trafos, weil deren Streufeld sich bei der hohen Verstärkung als Brummen bemerkbar macht. Ist alles angeschlossen, lohnt ein Blick auf Auflagekraft und Antiskating, denn eine falsch eingestellte Nadel verzerrt früher, als jeder Vorverstärker es könnte.

Häufige Fragen

Welcher Phono-Vorverstärker ist Testsieger?

Nach den Messungen von Audio Science Review teilen sich der Fosi Audio Box X5 und der Cambridge Audio Alva Duo die Spitze der empfohlenen Geräte, mit der genaueren Entzerrung und mehr Reserve beim Fosi. Testurteile von Magazinen beruhen dagegen meist auf Hörtests und Ausstattung. Die Messwerte hier sagen, ob ein Gerät die Platte so wiedergibt, wie sie geschnitten wurde, nicht, ob es jemandem besser gefällt.

Lohnt sich ein Röhren-Phono-Vorverstärker?

Nicht, wenn es um Genauigkeit geht. Die Pro-Ject Tube Box S2 etwa steht in ASRs Phono-Rangliste mit 69 dB SINAD in der unteren Hälfte, deutlich hinter dem Fosi und dem ART DJ Pre II. Wer den Klang einer Röhrenstufe mag, mag damit meist ihre Abweichungen, und das ist eine legitime Geschmacksentscheidung. Nur sollte man sie nicht mit besserer Wiedergabe verwechseln.

Kann ich einen Plattenspieler ohne Verstärker an Aktivboxen anschließen?

Ja, wenn dazwischen ein Phono-Vorverstärker sitzt oder der Spieler einen eingebauten hat. Aktivlautsprecher haben einen Line-Eingang und einen eigenen Verstärker, ihnen fehlt nur die Entzerrung. Der Weg ist also Plattenspieler, Vorverstärker, Aktivbox. Bei Boxen mit eingebautem Phono-Eingang entfällt der mittlere Schritt.

Ist ein USB-Phono-Vorverstärker zum Digitalisieren sinnvoll?

Als Kombigerät eher nicht. Der ART USB Phono Plus etwa landet in ASRs Rangliste mit 59 dB SINAD im untersten Fünftel. Besser klappt es mit einem guten Vorverstärker von oben und einem einfachen USB-Audio-Interface dahinter, oder mit einem Plattenspieler mit eingebautem USB-Ausgang, wie dem Audio-Technica aus meiner Plattenspieler-Kaufberatung.

Von allen Geräten in einer Plattenspieler-Kette ist der Phono-Vorverstärker das, bei dem Messungen am meisten verraten. Ein Tonabnehmer klingt, wie er klingt, und Lautsprecher spielen in jedem Raum anders. Der Vorverstärker dagegen hat genau eine Kurve zu treffen, und ob er das tut, steht in einem einzigen Diagramm. Dass das beste davon zurzeit ein 130-Euro-Kästchen mit orangem Einschaltknopf ist, ist eine der angenehmeren Überraschungen dieser Recherche.

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